Kunstvoll durch den Stadtmoloch: Freerunning vs. Parkour
Mai 18th, 2012 Posted in AllgemeinEs ist eine effiziente und unglaublich spektakuläre Art sich durch die moderne Großstadt hindurch zu bewegen: Die Eleganz des Parkour- bzw. Freerunningsports beeindruckt beim ersten Sehen und man möchte sich am liebsten selbst ebenfalls so geschickt durch das Labyrinth der Hochhäuser bewegen. Dabei wissen viele Außenstehende nicht, dass es sich beim Parkour bzw. Freerunning um zwei verschiedene Sportarten handelt, auch wenn diese sich sehr ähneln.
Der Begründer des Parkoursports ist David Belle, der Ende der 1980er von seinem Vater, einem französischen Vietnamsoldaten, die sogenannte Methode Naturelle erlernte. Diese wurde von französischen Soldaten genutzt und beinhaltet Elemente aus Klettern, Gymnastik und Kampfsport. Auf dieser Basis entwickelte Bell in noch sehr jungen Jahren den Parkoursport, der seinen Durchbruch 1997 erlebte, als ein Dokumentarfilm eines französischen Sportsenders ausgestrahlt wurde. Eng befreundet mit Belle ist der Begründer des Freerunnings Sebastian Foucan. Anfangs arbeiteten beide noch zusammen, jedoch entwickelten sich dann zwei Sportarten aus diesen Anfangsbemühungen.
Die Kernunterschiede sind dabei folgende: Beim Pakour versucht “le traceur” (so werden Parkoursportler in Frankreich genannt) möglichst effizient sich ohne große Schnörkel durch den urbanen Raum zu bewegen, wohingegen es beim Freerunning stärker auf eine möglichst eindrucksvolle Technik ankommt. Dies führt dazu, dass ein Freerunner im Gegensatz zu einem Traceur bei der Überwindung einer Strecke nicht immer den direktesten Weg wählen muss.
Auch gibt es beim Parkour keine Wettkämpfe, denn die einzelnen Techniken sind nicht bis ins Detail benannt und festgelegt, weswegen es schwierig wäre, diese zu bewerten. Im Freerunning ist dies aber durchaus möglich, weswegen z.B. Wettbewerbe wie die “Red Bull – Art of Motion” ausgetragen werden. Ebenfalls unterscheidet sich Parkour dadurch, dass diese Sportart mit einer eigenständigen Philosophie verbunden ist, die sich mit dem Verhältnis von Mensch und urbanem Raum beschäftigt. So etwas gibt es beim Freerunning überhaupt nicht.
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